Freitag, 30.10.2009
Bitte räumen Sie den Platz der Realität, ein neues goldenes Kalb muss durchgetrieben werden!
Wenn Geld verdienen so einfach wäre, wie sich das der Geschäftsführer der "Augsburger Allgemeinen" vorstellt, dann würde es jeder machen. Auf den Medientagen zu München wurde nun das Iphone als neues goldenes Kalb durch die Kongresshallen gezogen. Und es sind schon ziemlich dumme Kühe, die das glauben, was versprochen wurde.
Gestern habe ich herzlich gelacht. Über Andreas Scherer, den Geschäftsführer der Presse-Druck- und Verlags-GmbH zu Augsburg, Mutterhaus der "Augsburger Allgemeinen" und Vorsitzender des Verbandes Bayerischer Zeitungsverleger. Bei den Medientagen zu München verkündete er angeblich ohne Anflug von Ironie, sein Haus werde online künftig auf Paid Content setzen: Es sei "fair" den Leser an den Kosten zu beteiligen.
Vielleicht ist Herr Scherer Alt-68er. Oder er hat einfach noch nicht begriffen, dass in Deutschland die Marktwirtschaft das beherrschende, gesellschaftliche System ist und das Fairness in dieser eine untergeordnete Rolle spielt.
Geschäftsmodelle, jedenfalls, die auf "Fairness" beruhen oder darauf, dass Kunden etwas "sollen" oder "müssen" funktionieren nur in einem Fall: Wenn sie vom Staat ausgehen. Vielleicht erklärt das ja die von der Regierung versprochenen staatlichen Subventionierungen für Tageszeitungen.
Scherers "Augsburger Allgemeine", berichtet nun W&V, ist Teil einer Initiative von anscheinend primär lokalen Zeitungen, die eine Iphone-Anwendung mit Abo-Funktion errichten wollen.
Dahinter steckt die Firma Marktwert IT aus Grünsfeld sowie der Medienberater Marian Semm. Der gibt in seinem Blog weitere Einblicke.
Ich bin bass erstaunt ob der Behauptungen und dem Glaube an die Zahlungsbereitschaft der Nutzer. Lustig, zum Beispiel, die Behauptung, das Iphone sei das "meistverkaufte Handy der Welt". Man darf hoffen, dass hier W&V den Begriff "Smartphone" geschludert hat - ansonsten ist dies eine grobe Falschinformation.
Das aber ist nur eine Kleinigkeit, betrachtet man das angestrebte Preismodell: 79 Cent pro Artikel oder Abo eines Kanals für 7,99 Euro im Monat.
Ich wähle mal ein Wort, das untertrieben scheint ob dieser Zahlen: Größenwahn. Ein Artikel online soll so viel kosten wie eine halbe Zeitung? Und noch dazu Artikel, die aus völlig unterschiedlichen Regionen kommen? Ein Augsburger soll toll finden, was in Koblenz geschrieben wird?
Semm liefert in seinem Blog schon mal die Argumente, warum diese Konstruktion nicht funktionieren wird:
"1) Es müssen wirklich hochwertige Inhalte ihren Weg in das System finden. Ergo müssen Verlage für einen Service wie Newspush einen weiteren, hochwertigen Kanal öffnen. Und sie müssen eine Linie finden, nun nicht mehr nur zwischen Inhalten für Print und Online unterscheiden sondern zwischen Print-Inhalten sowie freien und bezahlten Online-Inhalten – das kann auch bedeuten, bestehende Online-Auftritte zu beschneiden, damit die Inhalte wirklich exklusiv für den Bezahlkanal zur Verfügung stehen. Reichweite und Vermarktung gegen Paid Content.
(2) Der Push-Service macht natürlich nur dann Sinn, wenn die Redaktion tatsächlich im Online-First-Modus arbeitet und Nachrichten möglichst bald nach dem Ereignis oder dem Bekanntwerden eines neuen Faktums veröffentlicht, ein Übertragen von Nachrichten im “Nachtexport” wird dem Medium sicher nicht gerecht. Neben den technischen Änderungen muss die Redaktion in die Lage versetzt werden, zu entscheiden: Was wird wann in welchem Kanal veröffentlicht."
Hochwertige Inhalte. Warum sollen die nun entstehen, da sie in dieser Form nicht mal in der Zeitung stattfinden? Umfallende Bäume für 79 Cent? Bevor jemand tatsächlich für diese Inhalte zahlt, müssten Zeitungen beginnen, nicht mehr zu berichten, was war - sondern was ist und sein wird.
In die Kategorie "Bizarr" fällt die Behauptung, der "TKP für Verlage" liege bei 320 Euro. Gemeinhin bezeichnet der Tausender-Kontakt-Preis (TKP) den Aufwand eines Anzeigenkunden, um 1000 Leser zu erreichen. Gerade im Print-Bereich ist dies die beliebteste Währung. Und: Aktuelle TKP bewegen sich in einem Bruchteil jener 320 Euro, online liegen sie oft genug unter 10 Euro.
Doch diese TKP-Behauptung, von W&V traurigerweise nicht im Geringsten hinterfragt, ist kompletter Unsinn.
Rechnen wir mal nach, wie die Zahl entstanden sein könnte. 79 Cent pro Meldung mal tausend Menschen, die sie erreicht - das macht 790 Euro Einnahme pro Push-Meldung.
Davon gehen 30 Prozent an Apple - so will es der Herr der Iphones.
20 Prozent gehen an Marktwert IT - so wollen es die Herren der Anwendung.
Bleiben noch 395 Euro. Von denen ziehen wir 19 Prozent Umsatzsteuer ab. Ergebnis: 320 Euro.
Das bedeutet im Umkehrschluss: Die wolkigen Träume gründen darauf, dass jeder, der diese Anwendung kauft, tatsächlich akzeptiert die Push-Meldungen zu bekommen. Und zwar alle. Egal ob von der "Nordsee-Zeitung" oder der "Augsburger Allgemeinen".
Der siebte Himmel ist erreicht und gleich wird der achte in Angriff genommen: Ende 2010 sollen eine Million Nutzer diese Anwendung installiert haben. Vermutlich hat dann jemand den Verlagsgeschäftsführern erzählt, eine Meldung pro Tag würde ihnen 320.000 Euro in die Kasse spülen - macht 27.000 Euro pro beteiligtem Verlag, macht 9,8 Millionen Euro im Jahr.
Halleluja, die Rettung ist nah! Nie war es so einfach, Geld zu verdienen!
Fassungslos lese ich solche Meldungen. Wie verfehlt ist die Selbswahrnehmung solche Entscheider? Sicher: Man kann das einfach mal probieren, der Aufwand dürfte sich in verschwindend geringen Bahnen bewegen.
Gleichzeitig aber werden die tatsächlichen Chancen der Iphone-App verpasst. Lokalzeitungen hätten eine große Chance, mit ihnen Einnahmen zu generieren. Aber nicht, wenn mal wild Regionen paart und glaubt, den Nutzern wäre das egal.
Lokalzeitungsleser wollen genau das: Lokales. Und der Iphone bietet die Chance, ihnen Orientierung und Information für die Region zu bieten. Und, ja, damit lässt sich auch Geld verdienen.
Aber das erfordert Kreativität, Engagement und Qualität - nicht aber solch wirre Wolkenträume, wie sie bei den Medientagen präsentiert wurden.
Gestern habe ich herzlich gelacht. Über Andreas Scherer, den Geschäftsführer der Presse-Druck- und Verlags-GmbH zu Augsburg, Mutterhaus der "Augsburger Allgemeinen" und Vorsitzender des Verbandes Bayerischer Zeitungsverleger. Bei den Medientagen zu München verkündete er angeblich ohne Anflug von Ironie, sein Haus werde online künftig auf Paid Content setzen: Es sei "fair" den Leser an den Kosten zu beteiligen.
Vielleicht ist Herr Scherer Alt-68er. Oder er hat einfach noch nicht begriffen, dass in Deutschland die Marktwirtschaft das beherrschende, gesellschaftliche System ist und das Fairness in dieser eine untergeordnete Rolle spielt.
Geschäftsmodelle, jedenfalls, die auf "Fairness" beruhen oder darauf, dass Kunden etwas "sollen" oder "müssen" funktionieren nur in einem Fall: Wenn sie vom Staat ausgehen. Vielleicht erklärt das ja die von der Regierung versprochenen staatlichen Subventionierungen für Tageszeitungen.
Scherers "Augsburger Allgemeine", berichtet nun W&V, ist Teil einer Initiative von anscheinend primär lokalen Zeitungen, die eine Iphone-Anwendung mit Abo-Funktion errichten wollen.
Dahinter steckt die Firma Marktwert IT aus Grünsfeld sowie der Medienberater Marian Semm. Der gibt in seinem Blog weitere Einblicke.
Ich bin bass erstaunt ob der Behauptungen und dem Glaube an die Zahlungsbereitschaft der Nutzer. Lustig, zum Beispiel, die Behauptung, das Iphone sei das "meistverkaufte Handy der Welt". Man darf hoffen, dass hier W&V den Begriff "Smartphone" geschludert hat - ansonsten ist dies eine grobe Falschinformation.
Das aber ist nur eine Kleinigkeit, betrachtet man das angestrebte Preismodell: 79 Cent pro Artikel oder Abo eines Kanals für 7,99 Euro im Monat.
Ich wähle mal ein Wort, das untertrieben scheint ob dieser Zahlen: Größenwahn. Ein Artikel online soll so viel kosten wie eine halbe Zeitung? Und noch dazu Artikel, die aus völlig unterschiedlichen Regionen kommen? Ein Augsburger soll toll finden, was in Koblenz geschrieben wird?
Semm liefert in seinem Blog schon mal die Argumente, warum diese Konstruktion nicht funktionieren wird:
"1) Es müssen wirklich hochwertige Inhalte ihren Weg in das System finden. Ergo müssen Verlage für einen Service wie Newspush einen weiteren, hochwertigen Kanal öffnen. Und sie müssen eine Linie finden, nun nicht mehr nur zwischen Inhalten für Print und Online unterscheiden sondern zwischen Print-Inhalten sowie freien und bezahlten Online-Inhalten – das kann auch bedeuten, bestehende Online-Auftritte zu beschneiden, damit die Inhalte wirklich exklusiv für den Bezahlkanal zur Verfügung stehen. Reichweite und Vermarktung gegen Paid Content.
(2) Der Push-Service macht natürlich nur dann Sinn, wenn die Redaktion tatsächlich im Online-First-Modus arbeitet und Nachrichten möglichst bald nach dem Ereignis oder dem Bekanntwerden eines neuen Faktums veröffentlicht, ein Übertragen von Nachrichten im “Nachtexport” wird dem Medium sicher nicht gerecht. Neben den technischen Änderungen muss die Redaktion in die Lage versetzt werden, zu entscheiden: Was wird wann in welchem Kanal veröffentlicht."
Hochwertige Inhalte. Warum sollen die nun entstehen, da sie in dieser Form nicht mal in der Zeitung stattfinden? Umfallende Bäume für 79 Cent? Bevor jemand tatsächlich für diese Inhalte zahlt, müssten Zeitungen beginnen, nicht mehr zu berichten, was war - sondern was ist und sein wird.
In die Kategorie "Bizarr" fällt die Behauptung, der "TKP für Verlage" liege bei 320 Euro. Gemeinhin bezeichnet der Tausender-Kontakt-Preis (TKP) den Aufwand eines Anzeigenkunden, um 1000 Leser zu erreichen. Gerade im Print-Bereich ist dies die beliebteste Währung. Und: Aktuelle TKP bewegen sich in einem Bruchteil jener 320 Euro, online liegen sie oft genug unter 10 Euro.
Doch diese TKP-Behauptung, von W&V traurigerweise nicht im Geringsten hinterfragt, ist kompletter Unsinn.
Rechnen wir mal nach, wie die Zahl entstanden sein könnte. 79 Cent pro Meldung mal tausend Menschen, die sie erreicht - das macht 790 Euro Einnahme pro Push-Meldung.
Davon gehen 30 Prozent an Apple - so will es der Herr der Iphones.
20 Prozent gehen an Marktwert IT - so wollen es die Herren der Anwendung.
Bleiben noch 395 Euro. Von denen ziehen wir 19 Prozent Umsatzsteuer ab. Ergebnis: 320 Euro.
Das bedeutet im Umkehrschluss: Die wolkigen Träume gründen darauf, dass jeder, der diese Anwendung kauft, tatsächlich akzeptiert die Push-Meldungen zu bekommen. Und zwar alle. Egal ob von der "Nordsee-Zeitung" oder der "Augsburger Allgemeinen".
Der siebte Himmel ist erreicht und gleich wird der achte in Angriff genommen: Ende 2010 sollen eine Million Nutzer diese Anwendung installiert haben. Vermutlich hat dann jemand den Verlagsgeschäftsführern erzählt, eine Meldung pro Tag würde ihnen 320.000 Euro in die Kasse spülen - macht 27.000 Euro pro beteiligtem Verlag, macht 9,8 Millionen Euro im Jahr.
Halleluja, die Rettung ist nah! Nie war es so einfach, Geld zu verdienen!
Fassungslos lese ich solche Meldungen. Wie verfehlt ist die Selbswahrnehmung solche Entscheider? Sicher: Man kann das einfach mal probieren, der Aufwand dürfte sich in verschwindend geringen Bahnen bewegen.
Gleichzeitig aber werden die tatsächlichen Chancen der Iphone-App verpasst. Lokalzeitungen hätten eine große Chance, mit ihnen Einnahmen zu generieren. Aber nicht, wenn mal wild Regionen paart und glaubt, den Nutzern wäre das egal.
Lokalzeitungsleser wollen genau das: Lokales. Und der Iphone bietet die Chance, ihnen Orientierung und Information für die Region zu bieten. Und, ja, damit lässt sich auch Geld verdienen.
Aber das erfordert Kreativität, Engagement und Qualität - nicht aber solch wirre Wolkenträume, wie sie bei den Medientagen präsentiert wurden.
Kommentare und Trackbacks
Felix kommentiert:
Felix | 30.10.2009 - 10:11
Stephan kommentiert:
Interessanter Artikel, abgesehen davon, dass nach Abzug der Umsatzsteuer 331 € übrig bleiben, evtl kostet ja der Versand der Meldungen was, bzw, die Infrastruktur für diesen Service wird mit der Differenz zu den 320 € bezahlt.
Stephan | 30.10.2009 - 10:13
Dierk kommentiert:
Die Angabe des TKP impliziert ja, dass über diesen [individualisierbaren?] Bezahl-Kanal auch Werbung gepusht wird. Falls dieser Gedanke korrekt ist, ergibt sich für mich als potenziellen Nutzer - in meiner Funktion las Leser, nicht als Werbender - die Frage: Sonst alles gesund?
Die urpsrüngliche Frage wurde von mir abgemildert, da sehr unhöflich und -flätig. Wenn ich Geld für eine Leistung oder ein Produkt ausgebe, dann möchte ich genau diese Leistung/dieses Produkt. Werbung will ich nicht. Explizit nicht. Man könnte sagen, ich zahle eben genau dafür, keine Werbung zu erhalten. Muss ich mit Werbung rechnen, zahle ich nicht, sondern suche andere [legale] Wege, an Leistung/Produkt zu kommen. Daraus ergibt sich dann das angebliche Wesen des Kapitalismus: Konkurrenz. Und die geht in den Preis- und Qualitätskampf, sprich, es wird billiger oder besser.
Die urpsrüngliche Frage wurde von mir abgemildert, da sehr unhöflich und -flätig. Wenn ich Geld für eine Leistung oder ein Produkt ausgebe, dann möchte ich genau diese Leistung/dieses Produkt. Werbung will ich nicht. Explizit nicht. Man könnte sagen, ich zahle eben genau dafür, keine Werbung zu erhalten. Muss ich mit Werbung rechnen, zahle ich nicht, sondern suche andere [legale] Wege, an Leistung/Produkt zu kommen. Daraus ergibt sich dann das angebliche Wesen des Kapitalismus: Konkurrenz. Und die geht in den Preis- und Qualitätskampf, sprich, es wird billiger oder besser.
Dierk | 30.10.2009 - 11:50
Ulf kommentiert:
Ein "Kanal" scheint laut dem Screenshot jeweils für eine Zeitung zu existieren, d.h. ein 7,99-Abo für die Augsburger Allgemeine bringt mir alle vermeintlich für Augsburg wichtigen Nachrichten. Man würde also gerade nicht mit den Nordsee-Zeitung-Lesern in einen Topf geworfen.
Gehe aber d'accord mit dem Artikel, das Modell sieht nicht zukunfsträchtig aus.
Gehe aber d'accord mit dem Artikel, das Modell sieht nicht zukunfsträchtig aus.
Ulf | 30.10.2009 - 11:58
tunixgut kommentiert:
"Bevor jemand tatsächlich für diese Inhalte zahlt, müssten Zeitungen beginnen, nicht mehr zu berichten, was war - sondern was ist und sein wird."
Aha, die Zeitungen sollen also berichten, was in der Zukunft passiert. Das wird sicherlich sehr erhellend sein. Ich für meinen Teil begnüge mich mit gut recherchierten Analyse des aktuellen Zeitgeschehens. Dazu gehört auch, Handlungsalternativen aufzuzeigen. Etwas, was Sie nicht tun. Sie sagen lediglich, was alles nicht funktioniert. Bislang habe ich keine einzige originelle Idee von Ihnen gehört, was denn funktionieren könnte. Dagegen zu sein ist einfach (und besonders dann, wenn die Ideen so wenig durchdacht sind wie in dem im Artikel angesprochenen Fall).
Aha, die Zeitungen sollen also berichten, was in der Zukunft passiert. Das wird sicherlich sehr erhellend sein. Ich für meinen Teil begnüge mich mit gut recherchierten Analyse des aktuellen Zeitgeschehens. Dazu gehört auch, Handlungsalternativen aufzuzeigen. Etwas, was Sie nicht tun. Sie sagen lediglich, was alles nicht funktioniert. Bislang habe ich keine einzige originelle Idee von Ihnen gehört, was denn funktionieren könnte. Dagegen zu sein ist einfach (und besonders dann, wenn die Ideen so wenig durchdacht sind wie in dem im Artikel angesprochenen Fall).
tunixgut | 30.10.2009 - 13:37
egal kommentiert:
Toller Artikel - wenn er denn nur stimmen würde. Recherche bei dem teilnehmenden Pilotverlag? (Die Augsburger sind übrigens weder am Projekt beteiligt noch Initiator). Fehlanzeige! Recherche bei den Konzeptentwicklern der Firma Marktwert IT? Fehlanzeige! Recherche bei der W&V? Vermutlich Fehlanzeige! Recherche bei einem der Verlage, die vor Ort dabei waren? Wohl auch Fehlanzeige! Was bleibt: Abschreiben von anderen, weiter verkürzen, bis wenig Inhalt übrig bleibt. Danach wird das Urteil gebildet. Journalistische Arbeit sollte anders aussehen.
egal | 30.10.2009 - 18:33
Besim Karadeniz kommentiert:
Au, da ist ja ein Kommentator namens "egal" aber böse...
Recherchieren ist gut, zweifellos. Andererseits muss man Dinge nicht mehr Recherchieren, wenn einige Argumente bereits sehr deutlich im Raum stehen und schon allein diese Argumente, gelinde gesagt, schrill sind.
Und selbst wenn man das alles gar nicht weiter kommentieren wollte: Allein schon die Screenshots der Software auf dem Blog von Marian Semm lassen einem den Kopf schütteln. Vielleicht ist es ganz gut, dass man in der Thematik nicht weiter recherchiert, es ist schon so entsetzlich genug.
Recherchieren ist gut, zweifellos. Andererseits muss man Dinge nicht mehr Recherchieren, wenn einige Argumente bereits sehr deutlich im Raum stehen und schon allein diese Argumente, gelinde gesagt, schrill sind.
Und selbst wenn man das alles gar nicht weiter kommentieren wollte: Allein schon die Screenshots der Software auf dem Blog von Marian Semm lassen einem den Kopf schütteln. Vielleicht ist es ganz gut, dass man in der Thematik nicht weiter recherchiert, es ist schon so entsetzlich genug.
Besim Karadeniz | 30.10.2009 - 18:46
egal kommentiert:
Auch Sie sind herzlich eingeladen, selbst zu recherchieren. Meine Adresse finden Sie hier. Und böse bin ich auch Ihnen nicht. :-)
egal | 30.10.2009 - 19:04
Marian Semm kommentiert:
Fassungslos lese ich Blogbeiträge wie diesen.
Es bleibt Ihr Geheimnis, wie sie darauf kommen, dass
die Augsburger Allgemeine Teil der Initiative sein soll, das steht weder bei W&V noch in meinem Blog. Es wurde einfach ein Konzept vorgestellt, ist das so schwer? Vielleicht schließen Sie etwas voreilig darauf, weil das System in Augsburg vorgestellt worden ist? Und weil fast gleichzeitig Andreas Scherer als VBZV-Vorsitzender auf den Medientagen eine ökonomische Notwendigkeit ausspricht (siehe zwei Spiegelstriche tiefer).
ich hinter der iPhone-Anwendung stecke. Ich war bei der Präsentation als Zuschauer dabei und unterhalte weder geschäftliche Verbindungen zu dem Veranstalter noch zur Marktwert.IT.
dass das Kozept oder Paid Content per se Größenwahn sein soll. Haben Sie sich jemals mit der Ökonomie eines regionalen Zeitungsverlags auseinander gesetzt? Vielleicht helfen Ihnen meine Argumente: http://www.marian-semm.de/2009/10/paid-content-jetzt-mal-konstruktiv-bitte/
Über den TKP bin ich auch gestolpert und fand den Begriff nicht so ganz passend, deshalb habe ich ihn auch nicht verwendet. Wenn ich den Begriff allerdings weit auslege, in Richtung Leser- statt Anzeigenperspektive, kann man das durchaus übersetzen; ich wüsste nicht was dagegen sprechen sollte. Dass Sie das als Unsinn bezeichnen, verrät mehr über Sie als über W&V und die Marktwert.IT
Es hätte geholfen, wenn Sie mit einem der Beteiligten gesprochen hätten: Scherer, Marktwert.IT, W&V, mit mir… Schlage vor, zu recherchieren, oder haben Sie das nicht gelernt? Oder sich nicht getraut? Bei mir ist das lang her, aber es funktioniert noch immer zuverlässig.
Es bleibt Ihr Geheimnis, wie sie darauf kommen, dass
die Augsburger Allgemeine Teil der Initiative sein soll, das steht weder bei W&V noch in meinem Blog. Es wurde einfach ein Konzept vorgestellt, ist das so schwer? Vielleicht schließen Sie etwas voreilig darauf, weil das System in Augsburg vorgestellt worden ist? Und weil fast gleichzeitig Andreas Scherer als VBZV-Vorsitzender auf den Medientagen eine ökonomische Notwendigkeit ausspricht (siehe zwei Spiegelstriche tiefer).
ich hinter der iPhone-Anwendung stecke. Ich war bei der Präsentation als Zuschauer dabei und unterhalte weder geschäftliche Verbindungen zu dem Veranstalter noch zur Marktwert.IT.
dass das Kozept oder Paid Content per se Größenwahn sein soll. Haben Sie sich jemals mit der Ökonomie eines regionalen Zeitungsverlags auseinander gesetzt? Vielleicht helfen Ihnen meine Argumente: http://www.marian-semm.de/2009/10/paid-content-jetzt-mal-konstruktiv-bitte/
Über den TKP bin ich auch gestolpert und fand den Begriff nicht so ganz passend, deshalb habe ich ihn auch nicht verwendet. Wenn ich den Begriff allerdings weit auslege, in Richtung Leser- statt Anzeigenperspektive, kann man das durchaus übersetzen; ich wüsste nicht was dagegen sprechen sollte. Dass Sie das als Unsinn bezeichnen, verrät mehr über Sie als über W&V und die Marktwert.IT
Es hätte geholfen, wenn Sie mit einem der Beteiligten gesprochen hätten: Scherer, Marktwert.IT, W&V, mit mir… Schlage vor, zu recherchieren, oder haben Sie das nicht gelernt? Oder sich nicht getraut? Bei mir ist das lang her, aber es funktioniert noch immer zuverlässig.
Marian Semm | 30.10.2009 - 20:43
orangeguru kommentiert:
Schon erstaunlich, wie die Verlagsbrut seit gut zwanzig Sonnenumrundungen versucht mit Demokratisierung der Medien zurecht zu kommen.
.
Egal, ob Software, CD-ROM oder Internet, alles scheint diesen Papierkönigen unbegreiflich.
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Dabei scheinen die Verleger ihre ursprüngliche Aufgabe vollkommen vergessen zu haben: für gute Autoren / Inhalte die entsprechenden Märkte zu finden und dort zu publizieren.
.
Stattdessen hat sich die ganze Branche zu Huren der Anzeigenabteilungen machen lassen. Die Entfernung vom Leser das konstante Ignorieren seiner Bedürfnisse rächt sich gar fürchterlich!
.
Wieso für etwas zahlen, wenn ich den gleichen seichten wiedergekauten Brei überall und umsonst finden kann? Wir sprechen hier nicht mal vom "Mehrwert", sondern vom "einfachen "Wert".
.
Das Unwillen der Verleger ihre Produkte wieder als ehrliche Dienstleistung zu erkennen und nicht als vergoldete Werbeplattform hat sie schon ruiniert, sie haben es nur noch nicht gemerkt.
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Die Herde der Informationswiederkäuer wird weiterhin gnadenlos dezimiert, bis ein paar wenige notwendige und einzigartige Anbieter von Informationen & Meinungen übrigbleiben. Der schmatzende Rest wird sich umschulen lassen müssen ...
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Egal, ob Software, CD-ROM oder Internet, alles scheint diesen Papierkönigen unbegreiflich.
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Dabei scheinen die Verleger ihre ursprüngliche Aufgabe vollkommen vergessen zu haben: für gute Autoren / Inhalte die entsprechenden Märkte zu finden und dort zu publizieren.
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Stattdessen hat sich die ganze Branche zu Huren der Anzeigenabteilungen machen lassen. Die Entfernung vom Leser das konstante Ignorieren seiner Bedürfnisse rächt sich gar fürchterlich!
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Wieso für etwas zahlen, wenn ich den gleichen seichten wiedergekauten Brei überall und umsonst finden kann? Wir sprechen hier nicht mal vom "Mehrwert", sondern vom "einfachen "Wert".
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Das Unwillen der Verleger ihre Produkte wieder als ehrliche Dienstleistung zu erkennen und nicht als vergoldete Werbeplattform hat sie schon ruiniert, sie haben es nur noch nicht gemerkt.
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Die Herde der Informationswiederkäuer wird weiterhin gnadenlos dezimiert, bis ein paar wenige notwendige und einzigartige Anbieter von Informationen & Meinungen übrigbleiben. Der schmatzende Rest wird sich umschulen lassen müssen ...
orangeguru | 30.10.2009 - 23:12
Klaus Minhardt kommentiert:
Paid Content für eine Tageszeitung ist kein tragfähiges Konzept, da Nachrichten schon immer kostenlos waren. Die untergehende Fähre oder der umgefallene Kirchturm haben nur einen Wert als Paid Content, falls diese Nachricht exklusiv bleibt. Das ist allerdings nur durch Geschwindigkeit für einige Stunden möglich.
Ein Abo der dpa oder das Lesen einer Website mit Agenturmeldungen liefert reichlich News. Daneben gibt es diese auch durch Funk und Fernsehen. Warum bezahlen?
Auch die Wünsche der neuen Koalition nach einem Leistungsschutzrecht lassen sich nicht wirklich ohne schwere Veränderungen des Urheberrechts umsetzen. Nachrichten müssten als schützenswert deklariert werden. Das Ende der Pressefreiheit wäre nah.
Paid Content war schon immer erfolgreich bei Special Interest, Service und Test. Da gehört es hin und wie Stiftung Warentest belegt, kann man so auch etwas Geld verdienen.
Meine Recherche über die Einnahmeverteilung bei SpOn ergibt, dass Paid Content in vergangenen Jahren nur einen Bruchteil der Einnahmen ausmachte und die meisten Euronen durch Google und die Onlinewerbung kommen. Bei anderen Anbietern ist das nicht unähnlich.
Selbst eine Verseuchung des Paid Content mit Werbung bringt nicht viel, außer Frust bei den Zahlungswilligen. Da höchsten 10 Prozent (Realisten gehen eher von weniger als 1 Prozent aus) der Leser des Free Content zahlungswillig wären, würde die Reichweite bei der Werbung kollabieren.
Vorschläge gewünscht? Wie wäre es mit Free Content bei News & Co und Geld für einige wenige hochwertige Inhalte? Nur so bekomme ich als Verleger die Chance auf Mehreinnahmen.
Der Schrei nach Leistungsschutzrecht hilft den Urhebern genauso wenig, wie den Verlegern. Ohne Leistungsschutzrecht können die Manager in den Verlagen wenigstens lamentieren und alle Not den untätigen Politikern zuschieben, die noch immer nicht den Wünschen der Lobbyisten nachgekommen sind. Und die Urheber werden über total Buyout eh nicht mehr am Erfolg beteiligt.
Aus Sicht der Urheber, also der Schreiberlinge und Knipser, wäre längst eine Initiative für mehr Geld für gute Leistung notwendig. Die Verleger jammern auf hohem Niveau und dumpen die Leister in ihrem System. Hungerlöhne (5 € für ein Foto oder 10 € für einen Bericht sind nicht selten) ermöglichen schon lange keinen Qualitätsjournalismus mehr. Kommen die schlechten Einnahmen nicht vielleicht von mangelhafter Recherche und geschluderten Beiträgen? Sollte man also nicht lieber in die Redaktion und die Freien investieren?
Sollte Paid Content irgendwann wirklich funktionieren, so sollten die Urheber sich überlegen die Beiträge direkt zu vermarkten. Was bei Gemüse und Musik gut funktioniert, sollte sich doch auch auf einem iPhone erfolgreich realisieren lassen! Bei 79 Cent pro Beitrag erreicht der Journalist schon bei wenigen Abrufen höhere Einnahmen, als durch den Verkauf aller Rechte an den Verlag. Wofür benötigen wir dann eigentlich noch die altbackenen Verlagshäuser?
Ein Abo der dpa oder das Lesen einer Website mit Agenturmeldungen liefert reichlich News. Daneben gibt es diese auch durch Funk und Fernsehen. Warum bezahlen?
Auch die Wünsche der neuen Koalition nach einem Leistungsschutzrecht lassen sich nicht wirklich ohne schwere Veränderungen des Urheberrechts umsetzen. Nachrichten müssten als schützenswert deklariert werden. Das Ende der Pressefreiheit wäre nah.
Paid Content war schon immer erfolgreich bei Special Interest, Service und Test. Da gehört es hin und wie Stiftung Warentest belegt, kann man so auch etwas Geld verdienen.
Meine Recherche über die Einnahmeverteilung bei SpOn ergibt, dass Paid Content in vergangenen Jahren nur einen Bruchteil der Einnahmen ausmachte und die meisten Euronen durch Google und die Onlinewerbung kommen. Bei anderen Anbietern ist das nicht unähnlich.
Selbst eine Verseuchung des Paid Content mit Werbung bringt nicht viel, außer Frust bei den Zahlungswilligen. Da höchsten 10 Prozent (Realisten gehen eher von weniger als 1 Prozent aus) der Leser des Free Content zahlungswillig wären, würde die Reichweite bei der Werbung kollabieren.
Vorschläge gewünscht? Wie wäre es mit Free Content bei News & Co und Geld für einige wenige hochwertige Inhalte? Nur so bekomme ich als Verleger die Chance auf Mehreinnahmen.
Der Schrei nach Leistungsschutzrecht hilft den Urhebern genauso wenig, wie den Verlegern. Ohne Leistungsschutzrecht können die Manager in den Verlagen wenigstens lamentieren und alle Not den untätigen Politikern zuschieben, die noch immer nicht den Wünschen der Lobbyisten nachgekommen sind. Und die Urheber werden über total Buyout eh nicht mehr am Erfolg beteiligt.
Aus Sicht der Urheber, also der Schreiberlinge und Knipser, wäre längst eine Initiative für mehr Geld für gute Leistung notwendig. Die Verleger jammern auf hohem Niveau und dumpen die Leister in ihrem System. Hungerlöhne (5 € für ein Foto oder 10 € für einen Bericht sind nicht selten) ermöglichen schon lange keinen Qualitätsjournalismus mehr. Kommen die schlechten Einnahmen nicht vielleicht von mangelhafter Recherche und geschluderten Beiträgen? Sollte man also nicht lieber in die Redaktion und die Freien investieren?
Sollte Paid Content irgendwann wirklich funktionieren, so sollten die Urheber sich überlegen die Beiträge direkt zu vermarkten. Was bei Gemüse und Musik gut funktioniert, sollte sich doch auch auf einem iPhone erfolgreich realisieren lassen! Bei 79 Cent pro Beitrag erreicht der Journalist schon bei wenigen Abrufen höhere Einnahmen, als durch den Verkauf aller Rechte an den Verlag. Wofür benötigen wir dann eigentlich noch die altbackenen Verlagshäuser?
Klaus Minhardt | 31.10.2009 - 04:56
Kristian Köhntopp kommentiert:
Leistungsschutzrecht ist Klasse: Die Schweine verlangen nach dem Schlachter.
Sobald Schutz auf Meldungen besteht und Google ein wenig Geld in eigene Nachrichtenredaktionen steckt, die dann natürlich mit Methoden des 21. Jahrhunderts statt mit Methoden des 19. Jahrhunderts arbeiten, und die das Google-interne Netz zur Kommunikation nutzen, kehrt sich die intendierte Schuztwirkung des Leistungsschutzrechts um und die existierenden Holzmedien werden Zeter und Mordio GEGEN dieses Recht schreien.
Sobald Schutz auf Meldungen besteht und Google ein wenig Geld in eigene Nachrichtenredaktionen steckt, die dann natürlich mit Methoden des 21. Jahrhunderts statt mit Methoden des 19. Jahrhunderts arbeiten, und die das Google-interne Netz zur Kommunikation nutzen, kehrt sich die intendierte Schuztwirkung des Leistungsschutzrechts um und die existierenden Holzmedien werden Zeter und Mordio GEGEN dieses Recht schreien.
Kristian Köhntopp | 31.10.2009 - 07:54
Sebastian kommentiert:
@Kristian Köhntopp
Es gibt nicht nur google die ohne Leistungsschutzrecht auskommen, ich denke mal die top irgendwas der AGOF können darauf gut verzichten und ihr Wachstum wird weiter beschleunigt.
Es gibt nicht nur google die ohne Leistungsschutzrecht auskommen, ich denke mal die top irgendwas der AGOF können darauf gut verzichten und ihr Wachstum wird weiter beschleunigt.
Sebastian | 31.10.2009 - 13:41
tedy kommentiert:
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tedy | 12.11.2009 - 11:19
Boldy kommentiert:
Boldy | 26.11.2009 - 18:39
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